Unsere Weinberge

Alle Weinberge liegen in räumlicher Nähe von max. 3 Kilometer Entfernung zu unserem Haus. Insgesamt werden 3ha unserer besten Lagen selber bewirtschaftet und geerntet. In den letzten Jahren wurden für rund 5 weitere Hektar Abkommen mit Kollegen getroffen, die diese Weinberge in Eigenverantwortung aber nach unseren Vorgaben bearbeiten. Wir übernehmen im Herbst die Ernte in Form von Trauben oder Traubenmost, um diese nach unserem Qualtiätsdenken zu Wein auszubauen. Dieses Prinzip wurde direkt nach meiner Übernahme des Weinguts auf- und ausgebaut. Gerade in unserer Region der schwer zu bearbeitenden Steillagen ist das Wort "Arbeitsteilung" ganz wichtig. Dies macht uns die Arbeit etwas leichter und die Kollegen erhalten einen auf Qualität basierenden Preis, der auch die Bewirtschaftung der Lagen rentabel macht.

 

Unsere besten Lagen:

Senheimer Lay

Die Senheimer Lay neigt sich mit fast 60% Steigung genüßlich dem Süden zu. Der reichhaltige graublaue Devonschiefer mit seiner sehr hohen Mineralität erwärmt sich von morgens bis abends. Durch die direkt am Fuße des Berges vorbeifließende Mosel, wird die Sonne zusätzlich reflektiert und verstärkt die Wärmeentwicklung im Hang. In heißen Jahren ist dies bei Trockenheit nicht immer von Vorteil, bietet aber bei "normalem" Wetterverlauf beste Voraussetzung für eine ausgiebige Reifezeit der Trauben, die teilweise bis Anfang November hängen bleiben können, um die Grundlage der Spitzenweine des Hauses zu schaffen. Die Reben sind Hauptbereich des 1ha großen Weinbergs ca. 70 Jahre alt. Mit ihnen ist es wie bei den Männern. Je älter sie werden, um so geringer wird die Quantität, aber die Qualität steigt von Jahr zu Jahr. Kleine Trauben, hoher Fruchtanteil, konzentrierter Traubenzucker und trotz langer Wartezeit noch ausreichend Säure.

Senheimer Bienengarten

Der Senheimer Bienengarten ist eine fast 1ha große Fläche, die sich direkt hinter unserem Weingut befindet. Die Steilstlage mit hohem Schieferanteil wird zu 100% mit Rieslingreben bestockt. Die Herkunft des Lagennamens kommt aus dem Moselfränkischen. "Bienen" bedeutet frei übersetzt "rühren", "bewegen", "arbeiten". Und tatsächlich war und ist der Weinberg ein Ort des Arbeitens. Es können keine Maschinen eingesetzt werden und früher ist man 17Mal in den Weinberg gegangen um pro Rebe ca. 1Liter Wein zu ernten. Der Name hat also nichts direkt mit den Bienen als Insekt zu tun. Wobei mein Urgroßvater 17 Bienenvölker hinter unserem Haus gehalten hat und dadurch tatsächlich viele Bienen im Weinberg unterwegs waren. Heute ernten wir hauptsächlich die Trauben für unser edelsüßes und feinherbes Hochgewächs aus dieser Anlage. Und tatsächlich kann man bei einer fachgerechten und langjährigen Lagerung der süßen Weine feststellen, dass sich ein feiner Honigton in den Wein "schleicht".

Senheimer Rosenhang

Diesen Namen kennen alle Freunde unserer Literweine. Der Rosenhang ist eine sogenannte Großlage, in der sich verschiedene Einzellagen sammeln. Bei der Herstellung dieser Weine in allen Geschmacksrichtungen, versuchen wir so wirtschaftlich wie möglich zu arbeiten. Der Qualitätswein stellt in unserem Hause den Hauptabsatz sicher. Daher ist eine bekömmliche Grundqualität wichtig um diese Weine neben einem "günstigen" Preis auch in benötigten Mengen herstellen zu können. Teilweise haben wir auch maschinell bewirtschaftbare Weinberge hinzugepachtet, die von Kollegen mit ihren Schmalspurschleppern bewirtschaftet werden, um unsere eigenen Arbeitsaufwendungen zu minimieren.

 

Die übrigen Einzellagennamen wurden "Opfer" meiner Modernisierung. Auch wenn es meinem Vater nicht besonders gefällt und anfangs viele treue Kunden danach gefragt haben, sind Einzellagen wie "Vogteiberg", "Wahrsager", "Goldgrübchen" weggefallen. Ich sah keinen Vorteil, die Weine nach Lagen auszubauen. Dazu müssen nämlich mindestens 85% der Trauben aus dieser Einzellage stammen, damit der Name auf dem Etikett stehen darf. Ich sah vielmehr die Vorzüge einer Synergie durch den Verschnitt von Weinen aus diesen Lagen. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Ausrichtung zur Sonne und der Wasserspeicherfähigkeit. Je nach Jahrgang, reifen in dem einen Weinberg bessere Trauben als in dem anderen. Getrennt ausgebaut habe ich dann einen "sehr guten" und einen "nicht so guten" Wein und bin vom jeweiligen Jahr abhängig. Zusammengefasst und im richtigen Verhältnis verschnitten, ergänzen sich die Lagen zu einem immer noch "guten Wein" und einer gleichbleibenden Qualität. So haben wir z.B. den Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay in verschiedene Lagen gepflanzt. Die einen sind wasserbeständig und gut in trockenen Jahren. Die anderen liegen eher in "heißen" Bergen und sorgen für ausreichende Qualität in eher sonnenarmen Jahren.